Der Narr
Aufbruch, Unbefangenheit, ein Schritt ins Unbekannte. Im Gespräch meist: „Du stehst vor etwas Neuem – was brauchst du, um loszugehen?“
Tarot verstehen · Gespräch vorbereiten
03 · Die Karten
Du musst kein Tarot-Lexikon auswendig lernen, um ein gutes Gespräch zu führen. Aber wer die Grundstruktur kennt, versteht die Deutung besser, stellt bessere Nachfragen – und merkt schneller, wenn jemand nur Floskeln aufsagt.
Ein Tarotdeck besteht aus 78 Karten. Die 22 Großen Arkana (Trümpfe) tragen Namen wie Der Narr, Die Hohepriesterin, Der Turm oder Die Welt. Sie stehen für große Lebensthemen, Wendepunkte und innere Entwicklungen. Die 56 Kleinen Arkana ähneln einem Spielkartenblatt: vier Farben – Stäbe, Kelche, Schwerter, Münzen – mit je zehn Zahlenkarten und vier Hofkarten. Sie beschreiben das Alltägliche: Handlungen, Gefühle, Gedanken, Materielles.
Liegen in einer Legung viele Große Arkana, deutet man das oft als „großes Thema“, das gerade ansteht. Viele Kleine Arkana sprechen eher für eine Phase, in der die Details zählen.
| Farbe | Element | Themenfeld | Typische Fragen |
|---|---|---|---|
| Stäbe | Feuer | Energie, Wille, Projekte, Leidenschaft | Beruf, Motivation, Neubeginn |
| Kelche | Wasser | Gefühle, Beziehungen, Intuition | Liebe, Partnerschaft, Familie |
| Schwerter | Luft | Gedanken, Konflikte, Klarheit, Entscheidungen | Entscheidungen, Streit, Wahrheit |
| Münzen | Erde | Materielles, Arbeit, Körper, Sicherheit | Finanzen, Gesundheit (nur begleitend), Stabilität |
Aufbruch, Unbefangenheit, ein Schritt ins Unbekannte. Im Gespräch meist: „Du stehst vor etwas Neuem – was brauchst du, um loszugehen?“
Verbindung, aber auch Wahl und Wertentscheidung. Weniger „die große Liebe kommt“, mehr „wofür entscheidest du dich?“
Plötzlicher Umbruch, Zusammenbruch einer Struktur. Unangenehm, aber oft befreiend. Keine Katastrophenprognose, sondern ein Bild für Klarheit durch Erschütterung.
Hoffnung, Heilung, Vertrauen nach einer schweren Zeit. Eine der sanftesten Karten des Decks.
Abschluss, Erfüllung, ein Kreis schließt sich. Häufig bei Fragen nach Projekten oder Lebensabschnitten.
Manche Beraterinnen deuten umgekehrt liegende Karten als Blockade oder Gegenteil, andere arbeiten ohne Umkehrungen. Beides ist üblich; frag einfach nach. Das verbreitetste Deck ist das Rider-Waite-Smith-Tarot von 1909, dessen Bildsprache fast alle modernen Decks beeinflusst hat. Lenormand-Karten sind ein eigenes System mit 36 Karten und konkreteren, alltagsnäheren Symbolen (Reiter, Haus, Brief); Lenormand gilt als „direkter“, Tarot als „psychologischer“. Wer beides kennenlernen möchte, findet auf Plattformen für Kartenlegen am Telefon meist Profile für beide Methoden.
Eine ruhige, persönliche Deutung – etwa eine Persönliche Tarotberatung per Telefon oder E-Mail bei Meacarta – ist für viele der bessere Einstieg als ein schnelles Orakel: Die Deutung hat Zeit, und du kannst sie nachlesen.
Grenzen der Deutung: Keine Karte „bedeutet“ Krankheit, Tod oder ein konkretes Datum. Wer dir das sagt, verlässt die Tarot-Tradition – und meistens auch die Seriosität. Der Tod (XIII) steht für Wandel und Loslassen, nicht für ein Ereignis.
Quellen zum Nachlesen: A. E. Waite, The Pictorial Key to the Tarot (1911, gemeinfrei) · Duden: Tarot